Wirtshaus Taglaching

Oberdorf 2

85567 Bruck/Taglaching

 

Tel.: 08092 - 336138

Öffnungszeiten:  Donnerstag , Freitag und Samstag ab 12:00 . Jeweils bis Mitternacht. Von Sonntag bis Mittwoch geschlossen. 

Wenn Ihr etwas feiern wollt, öffnen wir nach Absprache gerne am Sonntag für Euch.

 

Sommerpause:

Wir haben geschlossen und eröffnen wieder am Donnerstag, den 26.September mit live Musik.

HarpaNera spielt bei uns ab 20:00.HarpaNera lädt ein zu einer musikalischen Reise um die Welt und durch die Jahrhunderte. Das Trio verzaubert mit romantischen Klängen und begeistert mit fetzigen südamerikanischen Rhythmen

(www.harpanera.com)

 

 

  Seit Anfang Mai 2018 haben wir neue Bilder in der Wirtschaft hängen:

Ukiyo - e 

New York, Boston, Tokio, Taglaching - was unser kleines Dorf gerade mit diesen Städten verbindet, sind Ukiyo-e, japanische Holzdrucke, die in den erstgenannten Orten in Museen und bei uns in der Wirtsstube hängen.



(Herr Katayama hat hier freundlicherweise „Ukiyo-e“                                                     in japanischen Schriftzeichen für uns aufgeschrieben )

 

 

 

 

 

 

 

Akira Katayama, langjähriger Gast unseres Wirtshauses, hat uns einige seiner Ukiyo-e zur Verfügung gestellt, um der Gaststube wieder einmal ein völlig anderes Ambiente zu geben, diesmal so fernöstlich wie möglich.  

Im ausgehenden 17. Jahrhundert fand in der japanischen Kunstwelt ein großer Umbruch statt, „eine Revolution von unten“ nennt Herr Katayama was damals geschah: war Kunst bis dahin im feudalen Japan nur der Oberschicht zugänglich, wurde sie nun, durch die Kunst des Holzdruckes auch für das Bürgertum erschwinglich. Zwar waren diese Bilder immer noch einer Zensur unterworfen, sie durften weder politisch noch zu erotisch sein (auf vielen der Drucke ist noch das Siegel des Zensors zu sehen), aber erstmals konnte die Bevölkerung Kunst kaufen, sammeln, aufhängen. „Ganz normale Menschen begannen Kunst zu genießen“, begeistert sich Herr Katayama, der selbst seit 30 Jahren diese Holzdrucke sammelt. Er vergleicht das mit der europäischen Renaissance, den Aufbruch aus dem Mittelalter in die Neuzeit.  

Die Motive entspringen dem bürgerlichen Alltag, seinen Schwärmereien und Fantasien: schöne Frauen sind ein beliebtes Motiv, berühmte Schauspieler, idyllische Landschaften. (Die eine Prostituierte, die bei uns hängt, scheint durch die Zensur geschlüpft zu sein). Wörtlich übersetzt bedeutet Ukiyo-e „Bilder der fließenden Welt“, also der sichtbaren, diesseitigen Welt, im Gegensatz zur jenseitigen.  

Zur Herstellung eines Ukiyo-e brauchte es drei verschiedene Künstler: den Maler der Vorlagen, den Schnitzer und den Drucker. Signiert wurden sie nur vom Maler, Schnitzer und Drucker galten eher als Handwerker.

Viele Jahre lang verbrachten die Ukioy-e nun als eine Art Volkskunst nur in Japan, bis europäische Kaufleute sie immer öfter mit nach Hause brachten, und in Europa und den USA langsam ein Markt für sie entstand. Mit der Weltausstellung in Paris 1867, auf der viele japanische Holzschnitte gezeigt wurden, wurden sie jedoch schlagartig im Westen populär.  

Europäische Maler des 19. Jahrhunderts ließen sich von dieser „neuen“ Kunstgattung inspirieren, Claude Monet etwa, auch Édouard Manet.

Vincent van Gogh begann sogar Ukiyo-e zu sammeln. Der Einfluß der japanischen Holzschnitte auf van Goghs Arbeit ist selbst in unserer kleinen Taglachinger Ausstellung zu sehen: wer die Darstellung des Fischers am Fluß genau betrachtet, könnte glauben, die zart gestrichelten Wellen seien von van Gogh persönlich. Es ist ein bezaubernder Überraschungsmoment, in dieser - auf den ersten Blick - fremdartigen Kunst die Handschrift eines der bekanntesten europäischen Maler zu entdecken: das Vertraute im Fremden.  

Wir bedanken uns bei Akira Katayama für die Leihgaben, für den Einblick in eine selten gesehene Kunstrichtung und für seine geduldigen Erklärungen. In erster Linie wolle er das Interesse an japanischer Kunst wecken, sagt er. Aber da er seine Sammlung verkleinern möchte, sind die bei uns hängenden Drucke auch zu verkaufen.

 

Suzanne Viktor

 

   

 Der Kampf gegen das geplante Gewerbegebiet in Taglaching geht 2019 ins 5.Jahr.

Leider gibt es keine guten Nachrichten , der Antrag auf Baustopp wurde vom zuständigen Verwaltungsgericht abgelehnt, wie ihr dem Artikel aus dem Merkur vom 02.September  entnehmen könnt :

Taglaching – Einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Brucker Gewerbegebietes hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine Absage erteilt. „Dieser Beschluss ist unanfechtbar“, teilte das Gericht jetzt schriftlich mit. Geklagt hatte Rolf Baumann, Eigentümer eines Grundstücks im Ortsteil Bruck-Taglaching, das rund 450 Meter von dem Plangebiet entfernt liegt. Der Bürger wollte im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens den Bebauungsplan „Erweiterung Gewerbegebiet Taglaching“ bis zur Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug setzen lassen.

„Damit ist leider eine Vorentscheidung gefallen“, bedauert Baumann. Zwar sei das Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen, weitere rechtliche Schritte aber „übersteigen wahrscheinlich unseren Kostenrahmen“. Für die bisherigen Anstrengungen „haben wir gesammelt“, berichtet der Anlieger. „Die Enttäuschung über diese Entscheidung ist groß“, schildert er seine und auch die Stimmungslage der Schutzgemeinschaft. „Ein schwacher Trost ist nur, dass wir es sechs Jahre lang verhindert haben“, zieht Baumann Bilanz.

Seine Klage war eine Hilfskonstruktion. Denn der Bürger wehrte sich sozusagen stellvertretend für die Schutzgemeinschaft, deren Anerkennung als Umweltverband noch ausstehe, wie vor Gericht zur Sprache gebracht wurde. Als Anlieger sei er künftig von einem erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen, Wohnqualität und Verkehrswert seines Grundstücks würden durch die Pläne der Gemeinde Bruck beeinträchtigt, argumentierte der Kläger. Eine Argumentation, der das Verwaltungsgericht nicht folgte, ebenso wenig wie der Vorhaltung, dass das Gewerbegebiet dem Prinzip der größtmöglichen Schonung des Außenbereichs widerspreche. Das Verwaltungsgericht erkannte darauf, dass die Planung „hinsichtlich der Lärmsteigerung keine abwägungserheblichen Belange des Antragstellers“ berühre. Das gelte vor allem auch deswegen, weil die Straße durch das Tal jetzt bereits Durchgangsverkehr aufnehmen müsse, bei dem das Gericht davon ausgeht, dass dieser Verkehr durch das Gewerbegebiet sich nicht relevant erhöhen werde.

Wenn man an der Baustelle vorbeifährt, bricht einem das das Herz“, sagt Baumann zur aktuellen Entwicklung. Er verweist auf eine erste Stellungnahme der Regierung von Oberbayern, in der er das Vorhaben „in Bausch und Bogen als nicht genehmigungsfähig“ beurteilt sah. „Nach eingehender Betrachtung aller vorgebrachten Aspekte sowie nach den Erkenntnissen von Ortseinsichten wird festgestellt, dass die vorgelegte Planung nicht an eine geeignete Siedlungseinheit angebunden ist und somit ein Verstoß gegen ein Ziel der Raumordnung festzustellen ist“, wurde damals geurteilt. „Alles was damals gegolten hat, gilt immer noch“, sagt Baumann. Immerhin: In der Folge ist das Gewerbegebiet dann etwas kleiner ausgefallen. „Die ruhige und landschaftlich reizvolle Wohnlage“, die das Gericht dem Antragsteller bescheinigte, begründe keine Antragsbefugnis für eine einstweilige Verfügung. „Ein schutzwürdiges Interesse auf Beibehaltung dieser Außenbereichslage gibt es nicht.“

(Michael Seeholzer, Münchener Merkur-Ebersberger Zeitung vom 02.September 2019)

 

 

Die untenstehende Zusammenfassung zeigt einige Meilensteine unseres Protestes gegen das Gewerbegebiet

Der Brucker Gemeinderat hat nach 4 Jahren Vorbereitung im Juli 2018 nun doch dem Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Taglaching zugestimmt . Voraussichtlich kann jetzt nur noch eine erfolgreiche Klage beim Verwaltungsgericht den Bau verhindern. Der finanzielle Aufwand ist erheblich und deshalb sind wir nach wie vor auf Spenden angewiesen. Informationen zu unseren Plänen und wie Ihr helfen/unterstützen könnt, erhaltet ihr im Wirtshaus und/oder über die Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal eV . Dort sind neue Mitglieder herzlich willkommen.

 

 

Eine sehr gute Zusammenfassung der aktuellen Situation bietet der Artikel in der SZ vom 4.Juli 2018:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/umstrittenes-projekt-der-plan-steht-1.4040270

 

Am 29.05.2017 hat der BR in seiner "Unkraut" Sendung einen sehr sehenswerten Bericht über das  geplante Gewerbegebiet im Taglachinger Tal gesendet. Hier der link mit dem entsprechenden Podcast und einigen zusätzlichen Informationen:

http://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/unkraut/themen-nach-rubriken/energie-umwelt/flaechenfrass-im-taglachinger-tal100.html 

 

In der Süddeutschen Zeitung vom 3.April 2017 findet ihr einen ausführlichen Artikel über den Besuch des Grünen Landtagsabgeordneten Christian Magerl in Taglaching, der gut den  Planungsstand des Gewerbegebietes beschreibt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/bruck-klage-gegen-gewerbegebiet-1.3446867

 

 

   

 In einer Fotomontage sieht man was entsteht, wenn  das von Bürgermeister und Gemeinderat geplante  "Gewerbegebiert Taglaching-Süd" kommt. 

So wird es aussehen, jeder kann in anderen Gemeinden sehen wie Gewerbegebiete Landschaften zerstören und was sie aus einst idyllischen Gemeinden machen-

                             null                               Ein Video vom Künstlerfest 2015 in Taglaching gibt es unter:

https://www.youtube.com/watch?v=YH1jiceQXZ8